Es ist schon was feines, wenn man Gefühle besitzt. Unfein dagegen ist es, wenn diese verletzt werden.
So dachte ich doch, wen ich meine Hilfe anbiete, dann ist das doch was tolles. Falsch gedacht. Die Menschen wollen keine Hilfe, Sie wollen auch nicht, das darüber gesprochen wird. Und erst recht nicht, von einer Person, die einem Kennt.
Es ist viel brauchbarer, sich über andere auszulassen oder noch besser, gerade über andere nahestehende Personen die man kennt, auszulassen. Wo geht das hin? Brauchen wir überhaupt jemanden, der uns zuhören will, der uns ohne hinter Gedanken sogar Hilfe anbietet?
Nach dem heutigen Tag würde ich behaupten, alles Quatsch. Keiner will sagen, das verletzt mich. Da habe ich heute den Fehler begangen und habe genau das gesagt. Eine Tat, oder besser gesagt, eine Untat hat mich verletzt. Dies habe ich klar gesagt. Dumm von mir war nur, dass ich, gerade weil ich verletzt war, selber verletzt habe. Das war ziemlich blöde. Leider merkt man so was erst, wenn es geschehen ist.
Ein Wesen, was über Intelligenz verfügt – dazu zähle ich mich nach Heute nicht – sollte erst seine grauen Zellen benutzen und dann Handeln. Jetzt tut es mir leid. Zu spät, getan ist getan und lässt sich nicht ungetan machen.
Aber zurück zu dem, was mir eigentlich auf der Leber sitzt. Ich wollte nichts Böses, ich wollte nur helfen. Anstatt, dass ich nun geholfen habe, habe ich erneut erfahren, dass niemand Hilfe haben will und schon gar nicht von mir. Wie ignorant konnte ich nur sein – oder gar überheblich zu Denken – dass mein Angebot aus Freundschaft, dermaßen falsch war.
Was lerne ich daraus: „Hilfe niemanden, den keiner will Hilfe haben.“
So kann es passieren und es stimmt, wenn man sagt: „keiner will was umsonst haben“. Und so durfte ich feststellen, dass ich mich selber und meine Gefühle verletzt habe. Irgendwie komme ich mir dabei hilflos vor. Auf einmal steht man da und merkt, ein kleiner Satz, eine kleine Gestik und man fühlt, wie es einem passieren kann, verletzt zu sein.
Dabei sollte ich mich doch freuen, meine Angebot wurde abgelehnt und ich habe nun Zeit für andere Dinge im Leben. Und doch tut es einfach nur weh.